Header image alt text

Homepage – Trema e.V.

Rahmenbedingungen

Medic Team1

In der taktischen Notfallmedizin muss immer wieder die Gesamtlage bewertet werden. Dabei sind nicht nur eine mögliche Bedrohungslage, sondern auch die Erfordernisse des Einsatzes, bei dem der Notfall eingetreten ist, zu berücksichtigen.

Hier eine kurze beispielhafte Auflistung:

  • lagebedingte Einschränkungen durch extreme Rahmenbedingungen / taktische Lagen,
  • verzögerte oder lange Transportzeiten,
  • verlängerte Phase der präklinischen Versorgung,
  • begrenzte materielle Ausstattung und potentiell isoliertes Arbeiten,
  • (Gefahren-)Zonen der Versorgung (hot – warm – cold) sowie
  • Schwerpunkt Trauma mit einem hohen Anteil ballistischer Verwundungen.

Damit ist unter Umständen auch eine Zurückstellung der medizinischen Versor­gung zur Fortsetzung des Auftrages möglich, ggf. sogar unter Inkaufnahme einer eingeschränkten individualmedizinischen Versorgung. Ziel ist die Erreichung des bestmöglichen Ergebnisses für den Patienten und für den Auftrag, da bei diesem potentiell Leben und Gesundheit weiterer Personen gefährdet sind.

 

Hintergrund

Standardisierung und team­orientiertes Vorgehen nach etablierten Algorithmen sowie die dadurch entstandene “gemeinsame Sprache” haben in der Notfallmedizin zu einer Verbesserung der Patientenversorgung geführt. Die Prinzipien und Verfahren sind sinnvollerweise sowohl an die Situation im Rettungsdienst als auch an die zu erwartende Patientenpopulation angepasst. Dies betrifft insbesondere die meist kurzen Versorgungs- und Transportzeiten.
Bei militärischen oder anderen taktischen Einsatz­lagen bzw. bei der notfallmedizi­nischen Versorgung unter Bedrohung kann aufgrund der völlig anderen Rahmenlage in extremen Situationen z.B. die völlig korrekte Vorgehensweise nach ATLS- bzw. “zivilen” Algorithmen und Vorgehensweisen eine Verschlechte­rung des Zustandes des Verwundeten und der eigenen Lage verursachen.

Aus diesem Grund entwickelte sich in den letzten 12 Jahren das Versorgungskonzept “Tactical Combat Casualty Care” (TCCC) beim Militär bzw. im Bereich der Spezialkräfte der Polizei “Tactical Emergency Medical Support” (TEMS).

In diesen Versorgungsgrundsätzen und Ausbildungssystemen finden sich die:

  • rthjeweiligen spezifischen Rahmenbedingungen,
  • situationsabhängige Versorgung in den Einsatzphasen,
  • primär Gefechtsfeldtraumata sowie einsatzspezifische Verletzungen/Erkrankungen sowie die
  • verlängerten Versorgungszeiten bis zum Transport wieder.

Diese Bedingungen finden sich jedoch auch im zivilen Bereich. Beispiele dafür sind Arbeiter an schwer zugänglichen Orten (Höhenarbeiter bzw. Industriekletterer aber auch Offshore-Einsätze), berufliche Tätigkeit in Ländern mit eingeschränkter medizinischer Infrastruktur (Krisenregionen) sowie der Bereich der Risikosportarten und damit der “Wilderness-Medicine”.

Vor diesem Hintergrund wurde zur Förderung der Weiterentwicklung der Notfallmedizin insbesondere der präklinischen Versorgung und speziellen Rettung unter extremen und/oder taktischen Rahmenbedingungen die TREMA gegründet.

 

Aufgaben & Ziele

Zur Umsetzung dieses Zieles gliedert sich die Vereinstätigkeit in folgende Grundaufgaben:

  • FlyerPic1Auswertung von Erkenntnissen, Richtlinien & Empfehlungen anderer notfallmedizinischer Fachorganisationen im Hinblick auf die Übertragbarkeit auf die besonderen Rahmenbedingungen
  • Erfahrungsaustausch und -auswertung
  • militärische, polizeiliche & zivile Organisationen
  • national & international
  • medizinisch & taktisch
  • Evaluierung materieller Weiterentwicklungen & Aufbereitung der Ergebnisse für die Mitglieder
  • Erarbeitung von Empfehlungen und Richtlinien (medizinische Verfahren, Einsatzplanung, Algorithmen, Ausbildung, Material)
  • Förderung von Aus- und Weiterbildungen
  • Unterstützung & Veranstaltung wissenschaftlicher Tagungen
  • Förderung der Zusammenarbeit national, international und organisationsübergreifend
  • Beratung bei der Planung und Durchführung von notfallmedizinischen Aufgaben unter besonderen Rahmenbedingungen
  • Förderung des Ansehens und der Interessen von Kräften, die in diesem Bereich arbeiten
  • bestmögliche notfallmedizinische Versorgung trotz der lagebedingten Einschränkungen in speziellen Einsätzen
  • Entwicklung einer unabhängigen, fachlichen Arbeitsgrundlage, damit Schaffung von mehr Handlungssicherheit für die Anwender vor Ort